Stommeln braucht eine zweite Grundschule

Verfasser: Andrea Rabenhorst, FDP Stommeln

SCHWARZ-GRÜN-ROTER RATSENTSCHEID 2014 OHNE DIE STIMMEN DER FDP: DIE GRUNDSCHULE AN DER KOPFBUCHE ZIEHT VON STOMMELN NACH PULHEIM UM

Es geschah in der Ratssitzung am 23.09.2014: Der Rat beschloss (ohne die Stimmen der FDP!), dass die Grundschule „An der Kopfbuche“ in Stommeln nach Pulheim umziehen solle. Grund sei das besondere pädagogische Konzept der Schule, welches bessere Räumlichkeiten benötige, und die angebliche Tatsache, dass es in Stommeln in Zukunft immer weniger Grundschüler geben würde. (Wir vermuten, dass vor allem die mangelnden Grundschul- und OGS-Plätze in Pulheim der Auslöser für die Realisierung des Umzugs waren.) Jegliche Versuche unsererseits, diese schon damals in allen Konsequenzen absehbare Fehlentscheidung abzuwenden scheiterten*.

HEUTE IST DIE CHRISTINASCHULE IN STOMMELN ÜBERFÜLLT – IN PULHEIM GEHEN PULHEIMER SCHÜLER IN DIE EHEMALIGE STOMMELNER GRUNDSCHULE MIT BESONDEREM PÄDAGOGISCHEN KONZEPT

Heute stehen wir vor den traurigen Tatsachen: Die Schule ist nach mancherlei Querelen umgezogen. Sie beherbergt nun vor allem Pulheimer Schüler (da wohnortnah ausgewählt und leider nicht wie ursprünglich angekündigt wegen des pädagogischen Konzepts für alle Ortsteile gleichermaßen offen) und die Christinaschule in Stommeln läuft förmlich über. Wurde zunächst vehement verneint, dass es in Stommeln den Bedarf für eine Vierzügigkeit an der Grundschule geben würde, so ist dies mit dem aktuellen Schulentwicklungsplan Tatsache geworden – die Christinaschule ist fortan offiziell vierzügig, dies bedeutet, in allen Jahrgängen gibt es 4 Klassen!

Die Christinaschule ist eine schöne Schule mit einem sehr engagierten Direktor und einem genauso engagierten Team in Lehrbereich und OGS-Bereich. Dennoch gibt es einfach nicht genügend Räumlichkeiten um so viele Kinder adäquat zu beschulen, mit Essen zu versorgen, toben zu lassen, ruhen zu lassen, kreativ sein zu lassen…

DIE CHRISTINASCHULE IST ZU KLEIN – ES SOLL IRGENDWANN IRGENDWIE EIN ANBAU HER – DIE SCHNELLE LÖSUNG SIND CONTAINER FÜR DIE STOMMELNER GRUNDSCHÜLER

Der Schulhof der Christinaschule wurde inzwischen erweitert – um einen trostlosen, unbeschatteten, uralten Gummiplatz, auf den die Kinder ausweichen können damit sie sich auf dem echten Schulhof (ein größtenteils betonierter Platz mit einigen Spielgeräten für wenige Kinder) nicht beim Fangen spielen gegenseitig umlaufen (dies passiert dennoch oft genug). Es sollte ein Anbau kommen, der den ohnehin schon begrenzten Platz auf dem Schulhof noch mehr verkleinert hätte,  – jetzt liegen die Pläne auf Eis, man weiß nicht wohin mit dem Anbau – und was für eine Lösung findet sich da auf die Schnelle für die plötzlich im August 2020 zu kleine Schule? Natürlich! Pavillons – so hießen früher Container, Pavillon hört sich aber besser an. Dafür muss nun die äußerst engagierte Initiative für Flüchtlinge  „Rat und Tat“ weichen…

STEUERVERSCHWENDUNG – ANBAU UND UMBAU STATT NUTZUNG DER VORHANDENEN KAPAZITÄTEN UND NEUBAU EINES MODERNEN KINDERGARTENS

Wir stellen fest: Es handelt sich um eine der größten Steuerverschwen-dungen seit langem. Es wird ein teurer neuer Anbau an eine alte kleine Schule geplant, gleichzeitig wird eine bestehende und teilrenovierte Grundschule in einen kleinen Kindergarten umgebaut. Steht doch an der einen Seite des Ortes eine erst vor Kurzem teilrenovierte Grundschule zur Verfügung, die über eine schöne Mensa und einen wunderschönen großen, naturnahen Schulhof verfügt. Außerdem gibt es hier genügend Platz für einen Anbau – falls später noch nötig.  Diese Schule wird nun zum Teil in einen (nur) zweizügigen Kindergarten umgebaut! Keine Frage, in Stommeln brauchen wir auch dringend (sehr viele) Kindergartenplätze, doch warum in einer Grundschule? Warum plant man nicht sinnvoll eine Erweiterung des Kindergartens „ Alte Mühle“ – Baufläche ist direkt daneben vorhanden –  und hat im Ergebnis zwei kleine, übersichtliche Grundschulen in einem Ort. Verkehrssichere Schulwege wären ein positiver Nebeneffekt dieser Lösung. Es gäbe zudem die Möglichkeit, die Schullandschaft in Stommeln bezüglich der pädagogischen Ausrichtung zu erweitern, ein alternatives Konzept zur Europaschule Christinaschule anzubieten, die Kinder und deren Bedürfnisse und den Bildungsauftrag ernst zu nehmen.

STOMMELN WÄCHST UND BRAUCHT PLATZ FÜR EINE ANGEMESSENE BESCHULUNG UND BETREUUNG DER KINDER

Wir fassen zusammen: In Stommeln gibt es viele Kinder und es werden noch mehr (der Wechsel aufgrund der Altersstruktur in den Bestandshäusern ist noch nicht zu Ende). Dies bedeutet, in Stommeln brauchen wir mehr Kindergartenplätze. Diese Kinder müssen in vier Jahren spätestens in die Grundschule. Die einzige Grundschule am Ort ist zu klein, die bereits heute vorhandene Enge soll mit einem Anbau auf dem jetzt schon zu kleinen Gelände irgendwie behoben werden – ohne die weiter zunehmende Anzahl an Schülern in der Zukunft zu berücksichtigen. Gleichzeitig reduziert man die Grundschullandschaft und baut eine als Grundschule konzipierte und teilrenovierte Schule in einen Kindergarten um, ohne zu sehen, dass es durchaus Möglichkeiten gäbe, die Kindergartenplätze anderweitig zu generieren – und dies, indem man modern und kindgerecht neu baut anstatt eine Schule auf die Schnelle in einen Kindergarten umzuwandeln (die Probleme fangen im Sanitärbereich an und hören bei der Raumaufteilung auf).…

DIE ENTSCHEIDUNG VON 2014 WAR FALSCH UND SOLLTE RÜCKGÄNGIG GEMACHT WERDEN STOMMELN BRAUCHT EINE ZWEITE GRUNDSCHULE UND EINEN NEUEN KINDERGARTEN

Wir können die Entscheidung von 2014 nicht nachvollziehen und fordern, dass sie rückgängig gemacht wird. Noch ist es nicht zu spät!

*Für alle, die es interessiert, hier der Fragenkatalog , den wir als interessierte Bürger bei der oben genannten Ratssitzung vorgetragen haben, außerdem der Elternbrief, den wir damals in den Kindergärten in Stommeln verteilt haben. Leider war die Beteiligung an der Sitzung nur mäßig, der Umfang der Entscheidung war vielen Stommelner Bürgern in dem Moment nicht klar – Informationen gab es nur sehr wenige…Deshalb auch noch ein Flyer mit den Zahlen und Fakten.